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Tipps

E-Book mit Kurzgeschichten

Torsten Low
Der Selbstverlag
Holger M. Pohl
Verlag sucht Autor
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Wie man Kritik verdaut
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Merkblatt für Autoren
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Vor Druckkosten - zuschussverlagen wird gewarnt
Corinna E. A. Schütt
Von der Sachbuch-Idee zum Erstlingswerk
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Der Selbstverlag.
von Torsten Low

Torsten Low Gegen Selbstverlag habe ich an sich nichts - kann ich auch gar nicht, schließlich ist mein Verlag aus dem Selbstverlag gewachsen.
Ich habe auch schon einiges gutes Selbstverlegtes gelesen. Aber (ja, jetzt kommt das aber) leider auch richtig viel Mist. Und der Mist sind 99% und die wenigen Perlen verstecken sich in einem riesigen Misthaufen. Deswegen hab ich mittlerweile auch keine richtige Lust mehr, auf gut Glück was Selbstverlegtes zu kaufen, sondern verlass mich da eher auf echte Rezis (aus Spartenmagazinen und Reziseiten mit festen Rezensienten, wo keine gefälschten Rezis auftreten).

Warum ich eigentlich immer vor Selbstverlag warne, ist folgendes:
Jeder Selbstverleger ist laut dem deutschen Gewerbe- und Steuerrecht eigentlich ein Unternehmer (und nicht mehr einfach nur Autor, der einfach nur über einfache EUR abrechnen muss). Damit müsste eigentlich jeder Selbstverleger auch ein Gewerbe anmelden (außer er läßt das Ganze über BoD machen). Und schon kommen Unmassen an Pflichten auf einen zu: Impressumspflicht, Widerrufserklärung, Pflichtmitgliedschaft in der IHK, Zwangsmitgliedschaft in einem Entsorgungsunternehmen, eventuell eine Unternehmens-Mülltonne und, und, und.
Und jeder einzelne Verstoß, jeder einzelne, zieht Kosten nach sich, die eine Existenz komplett vernichten können. Aber selbst wenn man es einmal alles beisammen hat - damit ist es nicht getan. Jeden Monat ändern sich Gesetze. JEDEN GESCHISSENEN MONAT.
Beispielsweise sollten Verlage in Schleswig-Holstein seit September 2011 keinen Facebook-"gefällt mir"-Button mehr auf ihrer Verlagshomepage haben, weil sie dort dafür verklagt werden können (ich hab ihn seit August von meiner Seite weggemacht, weil ich nicht nachverfolgen will, wann Bayern bei einer ähnlichen Klage ähnlich entscheidet). Seine Widerrufserklärung sollte jeder Unternehmer seit November 2011 überarbeitet haben. Und dass die 5. Verpackungsnovelle jeden Unternehmer betrifft, der mindestens 1 Artikel im Jahr versendet, muss man auch selber herausbekommen.

Selbstverleger müssen sich selbst um das Lektorat kümmern - und darüber läßt sich nicht streiten, es gibt mehr Menschen, die eine gut geschriebene Geschichte lesen wollen, als Menschen, die eine gute Geschichte lesen wollen. Ist die Geschichte gut geschrieben, muss sie auch nicht so innovativ sein. Ist sie nicht gut geschrieben und strotzt vor falschen Perspektiven, falschen Worten und schlechten Spannungsaufbau, dann ist die beste Idee für den Arsch.
Selbstverleger müssen sich selbst ums Cover und einen guten Titel kümmern. Das ist so eine Sache, die immer unterschätzt wird. Das Cover ist der erste Blickfang und wenn der Titel nicht anspricht, nehm ich das Buch nicht in die Hand, bzw. klicke ich nicht drauf. Und die wenigsten Bücher aus Selbstverlagen werden solche Selbstläufer, dass den Leuten Cover und Titel egal sind, weil es einfach in aller Munde ist.

Und gerade der Titel: Es gibt einen Titelschutz, mit dem man sich als Verleger beschäftigen muss. Klar, wenn man "nur" Autor ist, macht dass der Verlag für einen. Er kommt auf den Autor zu und sagt: "Der Titel geht nicht - wir nennen das Buch so: xxx". In den wenigsten Fällen erklärt er dem Autor, warum das der Fall ist, beispielsweise, weil zur Zeit Titel mit 2 Substantiven verknüpft mit "und" richtig anziehend wirken (wie "Feuer und Stein" oder "Regen und Wind"), weil beispielsweise die Vampir-Fans etwas mit "blutig" erwarten und die 30-jährige Hausfrau mit 2 Kindern und einem überstundenschiebenden Mann schon beim Lesen von Titeln mit "Liebe" ganz kaufgeil wird. Oder eben weil der Titel schon vergeben ist, mag er auch noch so gut zu dem Werk passen.

Und es geht noch weiter - wer Selbstverleger ist, muss auch selbst für die Vermarktung sorgen. Der hat keinen Verlag in der Hinterhand, der einem Lesezeichen und Plakate zur Verfügung stellt, Lesungen organisiert oder Reziexemplare beschafft.
Bei all der ganzen Arbeit, die man als Autor oftmals "nur so nebenbei" und nicht selten auch nur stümperhaft leisten kann, ist es kein Wunder, dass irgendwas auf der Strecke bleibt.
Entweder der Autor gibt das Schreiben zeitweilig auf (so sagt beispielsweise EBook-Millionärin Amanda Hocke, dass sie froh ist, zu einem Verlag gekommen zu sein - schließlich hat sie keine Zeile geschrieben, seit sie das erste Buch online gestellt hat) oder das Marketing leidet (BoD veröffentlicht jedes Jahr die Zahlen - und sie sind jedes Jahr gleich. 15 Verkäufe durchschnittlich je Jahr und Titel, 75 Verkäufe in der Laufzeit - und da zählen BoD-Bestseller und Verlage, die BoD zum Drucken benutzen schon mit rein).

Dienstleister wie BoD haben übrigens von allen Selbstverlagsvarianten entscheidende Vorteile. Man ist wieder "nur" Autor und kein Verleger (also kein Unternehmer), auch wenn man einen Teil unternehmerische Risiko (Rechtsverletzungen, etc.) zu tragen hat.

Deswegen rate ich jedem, der schreiben will, es bei Verlagen zu versuchen. Denn nicht jeder entwickelt sich vom Autor zum Marketingexperten und nicht jeder steckt gut weg, dass sein Buch theoretisch erhältlich ist, aber sich weniger gut verkauft, als verfaultes Gemüse mit Würmern.
Wer zufrieden damit ist, sein Buch einfach nur in der Hand zu halten, kann vielleicht mit Selbstverlag glücklich werden.
Und wer sich wirklich reinkniet, für den kann der Selbstverlag wirklich etwas ganz tolles werden. Aber dazu muss man sich wirklich reinknien. Mit aller Kraft, die in einem steckt ...

 Torsten Low ist Eigentümer des Verlags Torsten Low

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