Radieschen von unten
Garten-Krimis vom Tatort Niederrhein mit
mörderisch guten Gärtner-Tipps.
Herausgeber: Gesine Schulz & Ina Coelen.
Seiten: 288
Verlag: Leporello Verlag 2006.
ISBN 3-936783-16-0
Preis: € 9.-
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Inhalt:
Gartenfreunde wissen es längst und Krimifans ahnen schon, dass
nicht jedes Blümchen so harmlos ist, wie es aussieht.
Friedhöfe, Botanische Gärten, Parkanlagen, Kleingärten und
Gartencenter sind einige der Tatorte an denen nicht nur der Gärtner
zum Mörder wird. Auch in privaten Gärten werden Giftpflanzen gezüchtet,
Intrigen gesponnen und Mördpläne geschmiedet. Und sogar die
Idylle auf der Fensterbank kann trügerisch sein.
Die Gartenkrimis zwischen Maislabyrinth und Misthaufen werden
angereichert mit Pflanz-Tipps von bekannten KrimiautorInnen und
prominenten NiederrheinerInnen.
Eingestreut zwischen die Kriminalgeschichten sind Gartentipps von Krimi-Autorinnen und -Autoren (Sabine Deitmer träumt von Symetrie, Anne Chaplet macht sich Gedanken über den Schneckentod, Jürgen Kehrer hat einen Vorschlag für wartungsfreies Grün, Carola Dunn weiß um das Geheimnis des Kieselsteins). Aber auch passionierte Gartenfreunde vom Niederrhein kommen zu Wort - Kriminalkommissar, Buchhändlerin, Besitzerin eines Gartens der Offenen Gartenpforte, Oberbürgermeister u.a.
Leseprobe
Das Geheimnis der Guelder-Rose von Gesine Schulz
Marlis senkte die Tulpenzwiebel in die Erde, die letzte von vier Dutzend, schob die angehäufelte Erde mit beiden Händen in das Loch und drückte sie an.
Sie richtete sich auf und streckte den Rücken. Ein herrlicher Herbsttag. Die Sonne stand schräg und sandte ihre Strahlen bis tief unter die Sträucher. Jeder Ziegel auf der Rückseite des zweistöckigen Hauses leuchtete in dem milden Rosarot alten Backsteins. Die weißgestrichenen Fensterrahmen, der Himmel in reinem Delfter Blau, an dem ein paar Federwolken gen Holland zogen .... und die Luft ... Marlis schloss die Augen und atmete tief ein. Der Geruch nach frischer Erde, trocknendem Gras und ein Hauch von Abendkühle.
Sie liebte den Herbst. Anfang der Woche hatte sie begonnen, den Garten aufzuräumen. Zweige abgeschnitten und gehäckselt, Kompost auf den Beeten und unter den Sträuchern verteilt. Alles Tätigkeiten, die mit angenehmen Gerüchen verbunden waren.
Sie genoss die Stille, die nur hin und wieder vom zufriedenen Gackern ihrer Hühner unterbrochen wurde und vom Motorengeräusch einiger Autos, die auf der Landstraße Richtung Issum fuhren.
Mit bloßen Fingern streifte Marlis Erdkrumen von der Forke. Sie gähnte und blickte hoch zu den Fenstern der ersten Etage, die in der Sonne blitzten. Ende des Monats würde Herr Hüllbusch ausziehen. Wollte heiraten, zum ersten Mal, mit über fünfzig. Seine Verlobte, eine Kollegin aus der Sparkasse, besaß ein Einfamilienhaus in Kerken. Abbezahlt, wie er gerne betonte.
Na, sie hoffte, der nächste Mieter würde sich als ein ebenso angenehmer Nachbar erweisen. Die nächsten Mieter, korrigierte sie sich, denn ihr eigener Umzug von der oberen Etage in die Parterrewohnung stand bevor und ein Nachmieter für ihre Wohnung war auch noch nicht gefunden.
Gleich in ihrem ersten Gespräch mit Herrn Vandeproel hatte sie sich erboten, die Suche nach neuen Mietern zu übernehmen. Schließlich würde sie mit den Leuten in einer Hausgemeinschaft leben müssen und ihm würde es Mühe und Zeit sparen.
Thomas Vandeproel hatte ihr einen Blick zugeworfen, der seine Abneigung gegen sie kaum verbarg, und den Kopf geschüttelt.
"Darum kümmere ich mich lieber selber, Frau Huyser. In der Erbengemeinschaft bin ich für das Haus verantwortlich und ich habe meine eigenen Vorstellungen, welchen Typ Mieter ich gerne hätte."
Ganz offensichtlich entsprach sie diesem Typ nicht. Anfang Fünfzig, alleinstehend, ruhig, die Miete immer pünktlich überwiesen. Okay - vor acht Monaten hatte sie ihre Stelle im Reisebüro verloren, als es pleite ging, und damit ihr gesichertes Gehalt, aber das wusste er nicht.
Nein, als Mieterin konnte er eigentlich nichts gegen sie einzuwenden haben. Was ihn störte, schwarz ärgerte und manchmal zur Weißglut brachte, war, dass sie nun keine Mieterin mehr war.
Nicht, seit ihr Vandeproels Großonkel, der alte Herr Klockenbring in seinem Testament das Wohnrecht auf Lebenszeit vermacht hatte. Noch dazu in der Parterrewohnung mit dem großen Wintergarten. Und dieser große Bauerngarten gehörte mit dazu. Marlis lächelte. Sie hatte nichts von seiner Absicht geahnt. Der Brief des Anwalts aus Xanten, den sie wenige Tage nach Herrn Klockenbrings Beerdigung im Briefkasten fand, hatte sie überrascht wie zuvor nichts in ihrem Leben.
Die Autoren
Sabine Bohnet
Andrea C. Busch
Oliver Buslau
Hortensia van Capellen
Ina Coelen
Carola Dunn
Gitta Edelmann
Ute Hammond
Robert Herbig
Malachy Hyde
H.P. Karr
Jürgen Kehrer
Beatrix Kramlovsky
Ulla Lessmann
Sandra Lüpkes
Gabi Neumayer
Ulrike Renk
Ulrike Rudolph
Niklaus Schmid
Martina Schneiders
Gesine Schulz
Barbara Wendelken
Mit einem Vorwort von Susanne Paus.
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