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Interview mit Dr. Pascal Zimmer von Books on Demand (BoD) vom 25.6.2004
Dr. Pascal Zimmer, 36, Geschäftsführer der Books on Demand GmbH, war vor
BoD Controller der GIW Industries Inc., USA, und in verschiedenen
Führungspositionen der KSB AG tätig, u.a. als Consultant des
Vorstandsvorsitzenden und Leiter des Regionalmanagements. In dieser
Position war er maßgeblich an der vollständigen Neuausrichtung des
Unternehmens und der Implementierung der strategischen Massnahmen
beteiligt. Dr. Pascal Zimmer studierte Betriebswirtschaftslehre an der
Universität Bayreuth (Diplom-Kaufmann) und wurde an der Universität
Mannheim zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften promoviert.
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antholog.de:
Pascal, BoD und andere On-Demand-Anbieter werden sowohl bei den Leistungen, als auch bei den Preisen immer mit konventionellen Verlagen verglichen. BoD ist aber im Prinzip kein Verlag. Aber auch keine Druckerei. Was genau ist BoD?
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Dr. Pascal Zimmer:
Also, um es ganz klar zu sagen: Wir sind ein moderner Dienstleister, den Autoren wie Verlage zur Veröffentlichung ihrer Bücher nutzen. Das Besondere an BoD ist, dass wir nicht auswählen, welche Manuskripte wir drucken, sondern Autoren alle Verlagsservices anbieten, die sie benötigen, um ihr Buch kostengünstig und unkompliziert auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig nutzen uns Verlage in steigender Zahl als Dienstleister.
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antholog.de:
Als Alternative zu Print-On-Demand sehen viele Autoren den Weg des Selbstverlages. Ein Gewerbe anmelden, Preise bei einer Druckerei einholen, sich das eigene Buch drucken lassen und schon hat man eine Preisersparnis von einigen Hundert Euros. Ist es wirklich so einfach?
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Dr. Pascal Zimmer:
Wenn ein Autor sein Buch im Selbstverlag herausbringt, mag er in der Tat eine gewisse Preisersparnis haben. Dafür fehlt ihm aber die komplette Vertriebsabdeckung, die er bei uns durch den umfassenden Anschluss an den Buchhandel bekommt! Was nützt denn der beste Titel, wenn er am Ende nicht bei den Kunden ankommt, die sich dafür interessieren? Außerdem hat er insgesamt einen weitaus höheren zeitlichen und organisatorischen Aufwand: Er muss bestellte Bücher lagern, selbst verpacken und ausliefern, muss Rechnungen und Mahnungen schreiben usw.
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antholog.de:
Wie ist das mit dem Lektorieren? Wird generell alles gedruckt, was an Manuskripten hereinkommt, oder gibt es Qualitätstests? Wie muss man sich das bei BoD vorstellen?
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Dr. Pascal Zimmer:
Wie bereits gesagt, ist BoD in erster Linie Dienstleister – wir treffen keine Auswahl, sondern verwirklichen die Buchideen, mit denen unsere Kunden an uns herantreten. Dabei ist es uns aber wichtig, auch das Bewusstsein unserer Autoren dafür zu schärfen, dass Lektorat und Korrektorat ein wichtiger Bestandteil des Entstehungsprozesses ihres Buchs sind. Diese Services bieten wir an, und immer mehr Autoren nutzen das auch.
Sicher gibt es aber auch Manuskripte, die wir ablehnen – grundsätzlich alles, was gegen bestehende Gesetze verstößt, also hauptsächlich bestimmte Arten politischer oder pornographischer Texte. Davon abgesehen ist aber einer der Kerngedanken von BoD, jedem Autor eine Chance zur Veröffentlichung einzuräumen – eben auch für diejenigen Bücher, die bei traditionellen Verlagen vielleicht sonst keine Chance hätten.
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antholog.de:
Und nach dem Druck? Aus den Augen, aus dem Sinn? Oder gibt es eine Betreuung der BoD-Autoren auch nach Veröffentlichung ihrer Werke? Und wenn ja, wie sieht die aus?
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Dr. Pascal Zimmer:
Natürlich betreuen wir unsere Kunden auch nach der Veröffentlichung, um ihnen die besten Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten – bei uns haben Autoren nahezu die gleichen Möglichkeiten wie bei klassischen Verlagen. Wichtig für den Erfolg eines Buches sind kreative Marketingideen und Multiplikatoren wie Journalisten oder Leserempfehlungen, und genau hier setzen unsere Maßnahmen an. Als neuesten Service haben wir zum Beispiel das BoD Marketing-Paket eingeführt, das sehr gut angenommen worden ist. Hier bekommen Sie unter anderem ein individuelles Beratungstelefonat mit erfahrenen Marketingexperten, qualifizierte Adressen, einen persönlichen Leitfaden und einen professionell erstellten Pressetext. Gleichzeitig versuchen wir aber auch, die Selbständigkeit der Autoren zu fördern, indem wir den Netzwerk-Gedanken unterstützen: so bieten wir immer wieder Events für Autoren an, z. B. Messereisen, Autorenabende oder BoD-Stammtische.
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antholog.de:
Mit dem "Color Plus"-Verfahren kann BoD jetzt auch einzelne, farbige Seiten in die Bücher einbinden. Wie wird dieses Verfahren von den Autoren angenommen?
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Dr. Pascal Zimmer:
Das ist sehr gut angekommen. Unseren Kunden war das schon lange ein Bedürfnis, und wir sind häufig darauf angesprochen worden. Gleichzeitig sind wir bislang die einzigen in Deutschland, die zu einem derartig günstigen Preis einzelne Farbseiten an beliebiger Stelle im Buch ermöglichen – eine Möglichkeit, die es vorher so nicht gab. Die sehr hohe Resonanz sowohl bei Autoren als auch bei Verlagen zeigt uns letztlich, dass die Einführung von ColorPlus richtig und wichtig war und unsere Kunden unser Innovationspotential zu schätzen wissen.
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antholog.de:
Den eingesessenen Verlagen halten viele Autoren in Deutschland vor, weitgehend nur Bestsellerautoren aus den USA zu drucken. Ist BoD demnach so etwas wie ein Nischenfüller?
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Dr. Pascal Zimmer:
Heute müssen sich ja Verlage aufgrund der verschärften Wettbewerbssituation auf vielversprechende "Zugpferde“ konzentrieren. Das macht BoD zur interessanten Alternative, weil wir nämlich all jenen Autoren eine Plattform zur Veröffentlichung bieten, die sonst durch das Raster fallen würden. Sogar Autoren, die bereits bei namhaften Verlagen unter Vertrag stehen, nutzen BoD – und zwar zur Veröffentlichung von Büchern, die ihnen besonders am Herzen liegen. Beispiele sind Renan Demirkan, Nikola Hahn, Hanswilhelm Haefs oder Sandra Lüpkes, die mit großem Erfolg einzelne Projekte mit BoD realisiert haben
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antholog.de:
Welche Genres werden mit Vorliebe bei BoD gedruckt?
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Dr. Pascal Zimmer:
BoD-Bücher umfassen ein weites Themenspektrum. Die meisten Veröffentlichungen sind der Belletristik zuzurechnen, aber wir haben auch Ratgeber, wissenschaftliche Publikationen, Firmengeschichten und vieles mehr. Man kann also sagen, dass BoD in seinen Veröffentlichungen einen Querschnitt durch die deutsche Bücherwelt abbildet.
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antholog.de:
Etablierte Verlage schreiben sich gerne die Förderung der Schriftstellereliten nächster Generationen auf die Fahnen. Was tut BoD für den schriftstellerischen Nachwuchs in Deutschland?
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Dr. Pascal Zimmer:
Wenn Du unter Förderung die Möglichkeit der Veröffentlichung siehst, so fördern wir den Nachwuchs auf jeden Fall. Eine Veröffentlichung bei BoD kann nämlich durchaus ein Sprungbrett zum klassischen Verlagsvertrag sein. So mancher Verleger hält bei uns nach neuen Talenten Ausschau und bereits einige Autoren wurden abgeworben. Über Schreibwettbewerbe oder unseren BoD AutorenAward, unsere Auszeichnung für das beste BoD-Buchprojekt, geben wir jungen Autoren darüber hinaus die Möglichkeit, sich zu profilieren.
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antholog.de:
Welche Gründe könnte es für BoD geben, einen Druck abzulehnen?
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Dr. Pascal Zimmer:
Wie gesagt, wir lehnen nur Manuskripte ab, die gegen bestehende Gesetze verstoßen. Ansonsten kann jeder bei uns ein Buch veröffentlichen. Das macht ja gerade den Charme von BoD aus, dass wir allen eine Chance zur Publikation ihrer Manuskripte geben, eben auch solchen, die bei traditionellen Verlagen vielleicht keine Chance hätten.
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antholog.de:
Die eBay-Versteigerung einer Buchveröffentlichung vor einiger Zeit, war das nur ein riesiger Marketinggag, oder was steckte dahinter?
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Dr. Pascal Zimmer:
Wir fanden es eine ungewöhnliche Idee, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu wecken. Der letztlich erzielte Preis von € 3010,- hat uns selbst auch überrascht. Hinter dieser Aktion steckte aber eigentlich mehr: Wir hatten das ernsthafte Anliegen, das Augenmerk auf das Schreiben als Form der Kommunikation zu lenken und gleichzeitig die Stiftung Lesen zu unterstützen. Der Welttag des Buches bot sich für diese Aktion natürlich besonders an – und durch die eBay-Versteigerung konnten wir unser Thema auf originelle Art transportieren.
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antholog.de:
Verbaut sich ein Autor, der zuerst ein Buch per Book on Demand herausbringt, nicht alle Chancen, hinterher bei einem etablierten Verlag angenommen zu werden?
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Dr. Pascal Zimmer:
Ganz im Gegenteil, unsere Erfahrung ist eine völlig andere. Wie erwähnt, ist BoD für so manchen Autor vielmehr ein Karrieresprungbrett. So ist die Fantasy-Autorin Freya von Korff kürzlich von uns zu Piper gewechselt, John Punisher zu Eichborn. BoD-Autoren haben sicherlich hin und wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Erfreulich ist aber, dass auch da mittlerweile schon ein Umdenken stattgefunden hat. Letzten Endes bestätigt sich nur, dass sich Qualität durchsetzt, egal auf welchem Weg ein Buch erscheint.
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antholog.de:
Der Verkaufspreis bei On-Demand-Büchern ist immer noch um einiges höher als bei herkömmlichen Verlagen. Wird es irgendwann eine Annäherung des Verkaufspreises geben?
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Dr. Pascal Zimmer:
Die Preise bei herkömmlichen Verlagen orientieren sich an der Auflagenhöhe, während wir Bücher in Auflage Eins herstellen. Sicher ist es bei einer hohen Auflage möglich, den Verkaufspreis niedriger zu halten – dafür ist das Risiko dann auch sehr viel größer. Ansonsten gilt natürlich vor allem, dass der Verkaufspreis eines BoD-Buches, und damit die Gewinnmarge, vom Autor selbst festgelegt wird. Er allein entscheidet, ob er sich an den marktüblichen Preisen orientiert oder mehr verlangt. Außerdem müssen noch die Konditionen des Buchhandels berücksichtigt werden.
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antholog.de:
Wird On-Demand den klassischen Druck irgendwann völlig ersetzen?
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Dr. Pascal Zimmer:
Print-on-Demand wird den klassischen Offsetdruck sicher nicht komplett ersetzen, sich aber zu einer nicht mehr wegzudenkenden Ergänzung entwickeln. Beispiele sind der Druck kleiner Auflagen, die Versorgung spezialisierter Zielgruppen mit exakt auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenen Publikationen und die – durch geringe Investitionskosten mögliche – Veröffentlichung von Autoren und Themen, die zuvor durch das ökonomische Raster fielen. Der Digitaldruck schafft also einen Paradigmenwechsel: Es ist nicht einfach nur eine neue Drucktechnologie aufgetaucht, die einer anderen Konkurrenz macht. Vielmehr sind durch den Digitaldruck gänzlich neue Märkte und ganz neue literarische Betätigungsfelder entstanden, die es vorher so nicht gab. Um meine Prognose auf einen kurzen Nenner zu bringen: Der klassische Offsetdruck hat bei Großauflagen durchaus seine Berechtigung. Bei kleineren Auflagenhöhen wird ihn der Digitaldruck allerdings verdrängen
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antholog.de:
Wie wird die Zukunft von On-Demand im allgemeinen und BoD im Speziellen aussehen?
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Dr. Pascal Zimmer:
Der On-Demand-Bereich hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung zugenommen und wird das auch in Zukunft weiter tun. Wir sind nicht nur der marktführende Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern sind mit unserem neuartigen Technologiekonzept außerdem immer schon Innovationsführer gewesen. Von daher schauen wir optimistisch in die Zukunft und denken, dass BoD in einigen Jahren auf jeden Fall eine noch viel selbstverständlichere Rolle in der Verlagslandschaft spielen wird.
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antholog.de:
Mittlerweile gibt es eine ganze Menge von On-Demand Anbietern. Darunter auch einige etablierte, namhafte Verlage. Warum sollte sich ein Autor gerade für die GmbH aus Norderstedt entscheiden?
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Dr. Pascal Zimmer:
Nur mit BoD hast Du den umfassenden Anschluss an den Buchhandel! Unsere Kunden sind nicht nur im Verzeichnis Lieferbarer Bücher gelistet, sondern sind darüber hinaus in den wichtigen Buchgroßhandelskatalogen und auch bei knapp 1.000 Internet-Buchhändlern, wie etwa Amazon.de, erhältlich. Eine BoD-Veröffentlichung ist außerdem transparent, risikolos und kostengünstig. Außerdem hat jeder maximale Entscheidungsfreiheit bei der Festlegung von Ladenpreis, Ausstattung, Layout und Erscheinungstermin des Titels. BoD hat sich inzwischen als eine Marke etabliert, mit der man Professionalität und hohe Qualität verbind
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antholog.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Dr. Pascal Zimmer:
Ja, vielleicht die Frage danach, ob ein Autor mit BoD auch Geld verdienen kann! Das ist natürlich möglich: Durchschnittlich fließen über 20 Prozent des Ladenpreises an den Autor. Dazu kommt natürlich immer noch der emotionale Gewinn, den man daraus zieht, ein Buch veröffentlicht zu haben!
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Das Interview wurde am 25.6.2004 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von antholog.de. Wir danken Dr. Zimmer für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen. Kommentare zu den Interviews, oder darüber diskutieren könnt Ihr in unserem Forum |
Erstveröffentlichung am 25.6.2004 auf www.sagmal.de
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